Populus nigra - Schwarz-Pappel

                          "Baum des Jahres 2006"

      Familie : Salicaceae - Weidengewächse
      Ordnung : Salicales - Weidenartige     
	  

 Besonderheit : Sehr anpassungsfähiges Pioniergehölz für die freie Landschaft;
                gut geeignet zur Befestigung von Böschungen, Ufern und Hängen.
   Gefährdung : Steht auf der Roten Liste der bedrohten Pflanzenarten: In ganz 
                Deutschland gibt es nur noch 3.000 ausgewachsene Exemplare!
                Die bevorzugten Flussauen werden durch Veränderung und Rodung
                immer seltener - und die Samen keimen nur dort... 
  Verbreitung : Eurasische Baumart; in Mitteleuropa, von den Mittelgebirgen
                bis ins Alpenvorland; die nördliche Verbreitungsgrenze ist   
                unsicher, da häufig angepflanzt und verwildert, vermutlich 
                ursprünglich im nördlichen Tiefland fehlend.
     Standort : Sonnig bis lichter Schatten; vorwiegend in Flussniederungen 
                und Auenwäldern.
        Boden : Auf trockenen bis nassen, durchlässigen, nährstoffreichen   
                Sand-, Kies- und Lehmböden, neutral bis alkalisch; ideal 
                sind feuchte, gut durchlüftete, tiefgründige, nährstoffreiche
                Böden mit alkalischer Reaktion; Tonböden sind ungünstig - 
                dann oft windwurfgefährdet.
        Wuchs : Baum 1. Ordnung; breit ausladende, lockere Krone; meist 
                mehrstämmig; schnellwüchsig.
        Größe : Höhe 20-25 (bis 35) m, Breite 15-25 m;  
                Jahreszuwachs: Höhe 70-80 cm, Breite 50-60 cm.
  Lebensdauer : Natürliche: 100-150 Jahre, maximale: 300 Jahre; 
                Nutzungsalter im Forst: 30-50 Jahre.
        Borke : Zunächst hellgrau, glatt; später schwärzlich, längsgefurcht,
                tiefrissig.
         Holz : Zerstreutporer mit schmalen Holzstrahlen (1-4 Zellen breit); 
                Splintholzbaum (lebende Zellen bis in den Kern des Holzkörpers
                vorhanden); leicht, sehr weich und grobfaserig; als Bauholz
                nicht dauerhaft; geringe Resistenz gegenüber Insekten- und
                Pilzbefall.
       Triebe : Zweige gelblich bis gelbbraun, runder Querschnitt glänzend,
                mit vielen Lentizellen.
      Knospen : rotbraun; Terminalknospen 12 mm lang, Seitenknospen 6 mm lang;
                Knospenspitzen nach außen gebogen; im Frühjahr klebrig,
                duftend. 
        Blatt : Sommergrün; wechselständig; kahl, lang zugespitzt, 
                an Kurztrieben rhombisch, an Langtrieben rhombisch-eiförmig, 
                5-10 cm lang, 4-8 cm breit, oberseits frischgrün, unterseits 
                hellgrün; Herbstfärbung gelb.
        Blüte : Zweihäusig; männliche Kätzchen: rötlich, 5-8 cm lang, hängend,
                weibliche Kätzchen: gelbgrün, bis 10 cm lang; März/April.
        Samen : Schneeweiß, wollig; ab Mai/Juni; nur wenige Tage keimfähig,
                keimen auf natürlichem Wege nur im bevorzugten Lebensraum  
                (Flussauen). 
       Wurzel : Flach und weitstreichend, auf trockeneren Standorten 
                tiefgehend, je höher der Grundwasserstand desto flacher; 
                geringes Wurzelvolumen im Verhältnis zur Baumgröße;  
                Ausläufer bildend, wächst in Leitungen; tolerant gegenüber  
                Einschüttungen und periodischen Überschwemmungen, empfindlich 
                gegen Bodenverdichtung.
   Krankheiten/
   Schädlinge : Triebspitzenschorf der Pappel, Rindenbrand der Pappel, 
                Pappelblattrost, Hornissenglasflügler, Weidenholzgallmücke,
                Pappelblattstieldrehlaus, Großer und Kleiner Pappelbock,
                Weidenbohrer, Erlenrüssler, Asiatischer Laubholzbockkäfer.
Eigenschaften : Sehr anpassungsfähig; wärmeliebend, hitzeverträglich, gut
                frosthart; bei zu großer Trockenheit kommt es zu Krüppelwuchs;
                verträgt Einschüttungen und periodische Überschwemmungen;  
                dagegen werden Staunässe, Bodenverdichtungen und saure 
                Böden schlecht vertragen.
   Verwendung : Anpassungsfähiges Pioniergehölz für die freie Landschaft,
                für Begrünungsmaßnahmen und Windschutzpflanzungen, zur 
                Befestigung von Böschungen, Ufern und Hängen; Bienenweide; 
                im Alter windbrüchig, deshalb als Park-, Straßen- und    
                Alleebaum nur bedingt geeignet.
       Sorten : Populus nigra 'Italica' - Säulen-Pappel:
                 Hoher Baum, 20-25 m; Krone säulenförmig, Seitenäste steil
                 aufrecht, Stamm durchgehend bis zur Spitze, neigt aber zu
                 gleichrangigen Gabelungen; Blatt bis 8 cm lang, breit 
                 herzförmig, glänzend hellgrün, Herbstfärbung gelb; 
                 Einzelstellung, Gruppengehölz, Alleen, Schutzpflanzungen.  
                Hybriden-Pappeln: 
                 Seit dem 17. Jhdt. werden in Europa vorwiegend Kreuzungen
                 aus der amerikanischen mit der einheimischen Schwarz-Pappel 
                 angepflanzt. Der Anbau von Hybriden-Pappeln erfolgt aus
                 ökonomischen Gründen: Die Massenleistung und die Qualität
                 des Stammholzes ist besser als die der einheimischen Schwarz- 
                 Pappel. Die in großer Stückzahl angebauten Hybriden-Pappeln
                 sind von unseren heimischen Schwarz-Pappeln äußerlich oftmals
                 nur schwer zu unterscheiden.
 Holz-Nutzung : Zündholzfabrikation, Kisten, Zellulosegewinnung.
  
  
     
                Wächtershäuser C.  www.baumwaechter.de 
                (2004)
 
Schwarz-Pappel


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